RhineStream JazzBand

Wolfgang Lauth
Klavier, Komposition
15. Mai 1931 – 30. Aug. 2011

 

Wolfgang-Lauth.jpg (138917 Byte) Zusammen mit Fritz Münzer war Wolfgang Lauth sicher der bekannteste und einflussreichste Jazzmusiker der gesamten Rhein-Neckar-Region. Im Gegensatz zu Fritz, der eher eine überragende regionale Vaterfigur war, gelang es Wolfgang Lauth aber, auch national sehr bekannt zu werden, vor allem in den 50er und 60er Jahren.
Das lag vor allem daran, weil es Lauth gelungen war, einen durchaus eigenständigen Jazzstil zu entwickeln, der auch von Elementen barocker Musik beeinflusst war und dennoch keine Anleihen bei Jacques Loussier, Dave Brubeck oder dem Modern Jazz Quartet nahm. 
In seiner ersten eigenen Band spielten Musiker mit, die allesamt zu den besten deutschen Jazzmusikern zählten: Werner Poehlert (g), Hans Kresse (b) und Joe Hackbarth (dr). Es folgten u.a. Fritz Hartschuh (vib) und Wolfgang Wagner (b). 

Mit dieser von ihm kreierten Jazzmusik gelang ihm Mitte der 50er Jahre der nationale Durchbruch, so dass er gleich zwei Mal zum beliebtesten Jazzer Deutschlands gewählt wurde, noch vor den Jazz-Giganten Emil und Albert Mangelsdorff oder Attila Zoller.
Nach einem umjubelten Konzert auf dem Jazzfestival in Frankfurt erhielt Lauth den ersten Plattenvertrag und ging mit dem wohl bekanntesten Jazz-Kritiker Joachim E. Berendt 1956/57 unter dem Motto „Jazz und Alte Musik“ auf Tournee. Es folgten 150 Auftritte – die erfolgreichste Tournee eines deutschen Jazzers überhaupt.
1958 erhielt eine seiner LPs schließlich den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, vergleichbar heute mit dem Echo. Gleichzeitig lief sein Film „Präludium in Jazz“ bundesweit im Vorprogramm eines Spielfilmes mit Marilyn Monroe.
In den 60er Jahren zog sich Lauth zunächst etwas zurück, formierte aber dennoch immer wieder Bands, mit denen er ab und an auftrat. Zu seiner Grundbesetzung gehörten damals Wolfgang Wager (b) und Horst Seidelmann (dr), die bisweilen ergänzt wurden durch Emil Mangelsdorff (as/fl) und Werner Poehlert (g). Mitte der 60er schrieb er die Musik für drei Jazzballette, die 130 Mal am Nationaltheater MA aufgeführt wurden; dabei spielten so bekannte Musiker wie Sigi Schwab (g) oder Klaus Nagel (g) in der Theaterband mit.

In den 70er Jahren hörte man wenig von Wolfgang Lauth, doch jammte er begeistert immer wieder mal bei den Dixieland-Musikern mit, die sich regelmäßig im „Gude Drobbe“ zu Sessions verabredeten. Da traf er dann mit Peter Rückert (tp), Mack Mackowiak (tb), Freddie Münster (cl) oder Bodo Überrhein (b) zusammen, alles Musiker, die weit weg waren von seinem ursprünglichen „barocken“ Bebop. 1975 schließlich wurde Wolfgang Lauth sogar für einen Oscar nominiert: er hatte die Musik zu einem Industriefilm der BASF komponiert. 

Noch gar nicht lange her wurde Wolfgang Lauth mit dem "Blue-Bird-Award" des Muddy's Club für seine Verdienste um die Jazzmusik ausgezeichnet - zusammen mit unserem Drummer Manfred Magin.
Wir von der RhineStream Band haben zuletzt 2004 mit ihm gespielt, unser Bassist Rudi Egner hatte sogar noch im Frühjahr 2011 einen Kurzauftritt mit ihm, ein weiterer Gig war schon in Planung.

Noch etwas hatte Lauth mit Münzer gemeinsam: beide konnten unglaublich gut und witzig Anekdoten erzählen – von der „guten alten Zeit“, als der Jazz noch ganz oben in den Hitlisten stand.

Text enthält einige Passagen aus dem Nachruf von Georg Spindler (MM 01.09.2011)

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